SAP Build Apps: Ihr Einstieg in die Low-Code-Welt.

Die Nachfrage nach maßgeschneiderten Unternehmensanwendungen wächst, während traditionelle Entwicklungszyklen oft zu langsam sind, um Schritt zu halten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, innovative Lösungen zu liefern und die Lücke zwischen den Anforderungen der Fachabteilungen und den Kapazitäten der IT zu schließen. Dieser Artikel zeigt, wie SAP Build Apps, die Low-Code-Plattform von SAP, diese Herausforderungen meistert und eine neue Ära der Anwendungsentwicklung einläutet. Dieser Artikel richtet sich an Fachanwender und professionelle Entwickler, die einen umfassenden Einblick in die Plattform und ihre strategische Rolle im SAP-Ökosystem erhalten möchten.

Was ist SAP Build Apps?

SAP Build Apps ist eine Low-Code-/No-Code-Plattform (LCNC), die es Benutzern ermöglicht, mobile und Web-Anwendungen visuell zu erstellen, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen. Sie ist das Ergebnis der Übernahme von AppGyver durch SAP im Jahr 2021. Die Plattform hat die intuitive, visuelle Entwicklungsumgebung von AppGyver beibehalten, wurde jedoch um wesentliche Unternehmensfunktionen wie verbesserte Authentifizierungsmechanismen, robuste Datenintegration und ein umfassendes Lebenszyklusmanagement erweitert. Das stellt sicher, dass die erstellten Apps den hohen Anforderungen an Sicherheit und Skalierbarkeit in großen Unternehmen gerecht werden.

 

Die Plattform richtet sich an eine breite Zielgruppe, die sogenannten „Citizen Developers“. Damit gemeint sind technisch versierte Fachexperten, die keine Programmierkenntnisse haben. Diese können mit der intuitiven Benutzeroberfläche maßgeschneiderte Geschäftsanwendungen entwickeln. Gleichzeitig können auch professionelle Entwickler die Plattform nutzen, um schnell Prototypen zu erstellen oder komplexe Anwendungen zu realisieren.

Die strategische Bedeutung im SAP-Ökosystem

SAP Build Apps ist kein isoliertes Produkt, sondern ein wesentlicher Bestandteil des umfassenden SAP Build Portfolios. Dieses Portfolio ist eine ganzheitliche Lösung, die die Erstellung von Anwendungen, die Automatisierung von Prozessen und die Gestaltung digitaler Arbeitsbereiche vereint. Neben SAP Build Apps umfasst es auch SAP Build Process Automation zur visuellen Automatisierung von Workflows und SAP Build Work Zone zur Erstellung personalisierter, digitaler Arbeitsbereiche. Diese strategische Bündelung ermöglicht es Unternehmen, ihre Digitalisierungsstrategien ganzheitlich umzusetzen und alle Aspekte ihrer Abläufe zu optimieren.

 

Die technische Grundlage für SAP Build Apps ist die SAP Business Technology Platform (BTP). Die BTP dient als zentrales Fundament für Integration, Datenmanagement, Sicherheit und künstliche Intelligenz. Durch diese tiefe Einbettung ist eine nahtlose und sichere Anbindung an Kernsysteme wie SAP S/4HANA sowie an Lösungen von Drittanbietern gewährleistet. Services wie die SAP Integration Suite vereinfachen die Konnektivität und ermöglichen die Nutzung von Daten aus heterogenen Systemen, um umfassende Unternehmensanwendungen zu erstellen.

 

Ein zentraler strategischer Ansatz, den SAP mit seiner Plattform vorantreibt, ist das sogenannte Fusion Development. Dieser Ansatz überwindet traditionelle Silos, indem Fachanwender und professionelle Entwickler gezielt zusammenarbeiten. Der Fachexperte, der die Geschäftsanforderungen am besten kennt, entwirft die Benutzeroberfläche und die prozessorientierte Logik mithilfe der No-Code-Tools. Gleichzeitig sichert der IT-Experte im Hintergrund die Anbindung an Systeme wie SAP S/4HANA und gewährleistet die Skalierbarkeit. Diese kollaborative Vorgehensweise beschleunigt Innovationszyklen drastisch, da Anwendungen in Wochen statt in Monaten entwickelt werden können. Das stellt sicher, dass die resultierenden Lösungen ideal auf die realen Geschäftsbedürfnisse zugeschnitten sind, was die Akzeptanz und den Nutzen erhöht.

Kernelemente und Funktionen für die Praxis

SAP Build Apps zeichnet sich durch eine Reihe von Kernfunktionen aus, die eine schnelle und effiziente App-Entwicklung ermöglichen:

  • Visuelle Entwicklungsumgebung: Das Herzstück ist die intuitive Benutzeroberfläche mit Drag-and-Drop-Funktionen. Ein umfassender Katalog an anpassbaren UI-Komponenten und wiederverwendbaren Design-Mustern beschleunigt den Design-Prozess und sorgt für ein konsistentes Erscheinungsbild. Änderungen am Design können zudem in Echtzeit in einer Vorschau betrachtet werden, was die Iteration beschleunigt.
  • Visuelle Logik und Cloud-Funktionen: Die Geschäftslogik einer App wird durch das visuelle Verknüpfen von Modulen erstellt, wodurch komplexe Abläufe ohne Code abgebildet werden können. Die Plattform erlaubt es auch, serverlose Backend-Logik und Datenmodelle visuell zu erstellen und Datensätze in der Cloud zu hosten, ohne dass die zugrundeliegende Infrastruktur verwaltet werden muss.
  • Umfassende Datenintegration: Die Integration mit SAP-Systemen wie SAP S/4HANA ist von Grund auf sicher und einfach gestaltet. Über einen REST-Integrationsassistenten können auch APIs von Drittanbietern in wenigen Minuten angebunden werden.
  • Kollaboration und Governance: Die Plattform unterstützt die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams. Entwickler können wiederverwendbare Komponenten in einer geteilten Bibliothek veröffentlichen, um die Effizienz zu steigern und eine konsistente Entwicklung zu fördern. Für den sicheren Einsatz im Unternehmen bietet die Plattform auch Funktionen für ein zentralisiertes Lebenszyklusmanagement und Monitoring.

Ein wichtiger Aspekt für Unternehmen ist die Fähigkeit, sogenannte „Side-by-side Extensions“ zu erstellen. Anstatt den stabilen und kritischen Kern von SAP S/4HANA zu modifizieren, werden neue Anwendungen und Prozesse als unabhängige Services auf der SAP BTP erstellt. Diese Strategie, auch als „Clean Core“ bezeichnet, ermöglicht schnelle Digitalisierung und Innovation, ohne die Integrität des Kern-ERP-Systems zu gefährden. So können maßgeschneiderte Apps sicher auf die Stammdaten von SAP S/4HANA zugreifen, um individuelle Geschäftsanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig eine saubere, wartbare Systemlandschaft zu bewahren.

Herausforderungen und Lösungsstrategien

Obwohl SAP Build Apps als „No-Code“-Plattform beworben wird, berichten viele Anwender von einer „steilen Lernkurve“. Diese Komplexität liegt nicht im visuellen Drag-and-Drop-Design, das oft gelobt wird, sondern in der Notwendigkeit, komplexe Geschäftslogik und Datenmanipulationen zu beherrschen. Insbesondere der Formeleditor erfordert ein grundlegendes Verständnis von Datenstrukturen und deren Manipulation, da er fast 400 verschiedene Funktionen umfasst.

 

Um diese Herausforderung zu meistern, sind bewährte Strategien unerlässlich. SAP bietet offizielle „Learning Journeys“ und „Expert Guided Implementation Services“ an, um einen schrittweisen Einstieg zu ermöglichen. Zudem stellt die SAP-Community eine Fülle von Tutorials und Blog-Beiträgen bereit, die komplexe Themen in leicht verständlichen Häppchen erklären.

 

Mit der zunehmenden Anzahl von selbst erstellten Apps in einem Unternehmen steigt das Risiko, eine unübersichtliche Landschaft von schwer wartbaren Anwendungen zu schaffen. Eine zentrale Governance ist daher von entscheidender Bedeutung. Die Einrichtung eines Center of Excellence (CoE) kann die Einhaltung von Standards sicherstellen, Best Practices fördern und wiederverwendbare Komponenten bereitstellen. Dies gewährleistet eine konsistente Qualität und effiziente Entwicklung, auch in der Low-Code-Welt.

Fazit

SAP Build Apps ist ein integraler Bestandteil des SAP-Ökosystems, der die Entwicklung von Unternehmensanwendungen demokratisiert. Durch die Kombination von visueller Entwicklung, tiefer Integration in die SAP BTP und strategischen Ansätzen wie Fusion Development ermöglicht es Unternehmen, schneller und agiler auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren. Die Plattform überwindet die traditionelle Trennung von Fachabteilungen und IT und schafft eine Umgebung, in der jeder entsprechend seinem Kenntnisstand effizient zur digitalen Transformation beitragen kann. So schließt SAP die Lücke zwischen den Anforderungen des Business und den Fähigkeiten der IT.

 

Sie planen, Ihr eigenes Low-Code-Projekt zu starten oder möchten mehr darüber erfahren, wie SAP Build Apps Ihr Unternehmen unterstützen kann? Wir beraten Sie gerne und erstellen gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Strategie für die Anwendungsentwicklung. In unserer Blogreihe finden Sie weitere Artikel, die sich detailliert mit den anderen Komponenten des SAP Build Portfolios beschäftigen, wie SAP Build Process Automation, SAP Build Code und SAP Build Work Zone.

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Sophie-Marie Lück

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