Wie stark TI-Anwendungen wirklich genutzt werden.

Nach Jahren des infrastrukturellen Aufbaus zeigt sich 2025 deutlich, dass digitale Anwendungen der Telematikinfrastruktur im Versorgungsalltag angekommen sind. Der E-Health Monitor 2025 belegt, dass die Nutzung zentraler TI-Anwendungen insgesamt zunimmt. Gleichzeitig wird sichtbar, dass sich Nutzungsintensität und Integration aber je nach Anwendung unterscheiden.

Das E-Rezept

Das E-Rezept ist die bislang am weitesten verbreitete Anwendung der Telematikinfrastruktur. Laut E-Health Monitor 2025 hat sich das digitale Rezept mit einem Anteil von 90,2 Prozent an allen eingelösten Rezepten innerhalb kurzer Zeit als Standard etabliert. Die Zahl der eingelösten E-Rezepte ist seit der verpflichtenden Einführung stark gestiegen und liegt aktuell bei 1,1 Milliarden eingelösten Rezepten.

 

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die klare Prozesslogik. Verordnung, Übermittlung und Einlösung folgen einem klar abgegrenzten Ablauf mit unmittelbarem Nutzen für alle Beteiligten. Das spart Zeit und Kosten und der Zugang zu Medikamenten wird erleichtert. Trotz der Vorteile werden weiterhin rund 10 Prozent der Rezepte ausgedruckt. Gründe hierfür sind vor allem technische Probleme innerhalb der Telematikinfrastruktur sowie die eingeschränkte Nutzbarkeit des E-Rezepts in der Haus- und Heimversorgung. Das Beispiel verdeutlicht, dass selbst bei sehr hoher Nutzung technische Stabilität und Prozessabdeckung entscheidend bleiben.

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Neben dem E-Rezept verzeichnete auch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Erhebungszeitraum des E-Health Monitors einen deutlichen Zuwachs. So stieg die Zahl der elektronisch übermittelten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 304 auf 370 Millionen, was einem Anstieg von rund 22 Prozent entspricht. Die eAU gilt als fest etablierte Anwendung, insbesondere im ambulanten Bereich, da sie von mehr als 95% der Arztpraxen genutzt wird.

Die elektronische Patienteankte (ePA)

Die elektronische Patientenakte ist bundesweit im Betrieb und gilt als zentrales Element der TI-Anwendungen. Die Zahl der durch medizinische Einrichtungen geöffneten elektronischen Patientenakten ist laut E-Health Monitor 2025 innerhalb kurzer Zeit von rund 200.000 auf 7,2 Millionen gestiegen.

 

Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die aktive Nutzung ein differenzierteres Bild. Lediglich rund 4 Prozent der Versicherten verfügten im Erhebungszeitraum über eine GesundheitsID. Der Unterschied zwischen angelegten und tatsächlich genutzten Akten ist damit erheblich. In vielen Fällen bleiben die Akten leer oder nur geringfügig befüllt, sodass der erwartete Nutzen der ePA bislang nur eingeschränkt realisiert wird.

 

Obwohl durch das Opt-out-Verfahren eine Abdeckung von über 80 Prozent erreicht wurde und nur etwa 5 Prozent der Versicherten widersprochen haben, entsteht Mehrwert erst durch tatsächliche Nutzung und Befüllung der Akten. Um das zu fördern, wurden Leistungserbringer zum 1. Oktober 2025 verpflichtet, bestimmte medizinische Informationen in die ePA einzustellen. Bei Nichtbefüllung können Sanktionen greifen. Die ePA zeigt damit besonders deutlich, dass technische Verfügbarkeit allein nicht ausreicht, sondern organisatorische und prozessuale Voraussetzungen entscheidend sind.

Nutzung der TI-Anwendungen im Jahr 2025

Die Ergebnisse des E-Health Monitor 2025 zeigen klar, dass die Nutzung von TI-Anwendungen insgesamt zunimmt, jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Anwendungen mit klaren, transaktionalen Prozessen wie das E-Rezept erreichen schnell hohe Akzeptanz. Komplexere Anwendungen wie die elektronische Patientenakte benötigen hingegen deutlich mehr Zeit, Integration und organisatorische Anpassung. Besonders spannend bleibt, wie sich die Nutzung der ePA in dem kommenden Jahr entwickelt und ob es gelingt, aus formaler Abdeckung tatsächlichen digitalen Mehrwert zu schaffen.

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